Rule Engine
Absaugung, die nur so stark läuft wie nötig
Die Rule Engine verbindet AirWatch-Sensoren und Filteranlagen zu einem Team. Die Sensoren beobachten die Luft, die Rule Engine sorgt dafür, dass die Anlagen genau so viel arbeiten, wie gerade nötig ist. Nicht mehr und nicht weniger.
Was sie für Sie leistet
Fünf Dinge, die die Rule Engine übernimmt
Automatisch auf Rauch reagieren
Wird geschweißt und steigt der Feinstaub, fahren die Anlagen hoch. Ist die Luft wieder sauber, fahren sie herunter.
Die ganze Halle als Einheit regeln
Mehrere AirWatch und mehrere Anlagen in einer Regel. Standardmäßig zählt der schlechteste Sensor, damit ein einzelner verrauchter Arbeitsplatz nie „weggemittelt“ wird. Alle Anlagen werden gemeinsam gesteuert.
Zeiten respektieren
Nachts leise, morgens Grundabsaugung, während der Wartung fester Wert: alles über Zeitfenster einstellbar.
Energie und Verschleiß sparen
Anlagen laufen nur so stark, wie es die Luft erfordert. Totband und Haltezeiten verhindern ständiges Hin- und Herschalten.
Im Zweifel auf Sicherheit gehen
Fallen alle Sensoren aus, fahren die Anlagen auf volle Leistung, niemals aus.
Rollen und Leistungsstufen
Je schmutziger die Luft, desto mehr Leistung
AirWatch-Sensoren liefern den Messwert, standardmäßig PM10, wahlweise PM2.5. In einer Regel können beliebig viele Sensoren mitzählen.
Der AirDome ist die einzige Anlage, deren Leistung die Rule Engine stufenlos anpasst: Die Leistung in Prozent wird als Volumenstrom-Sollwert umgesetzt. CleanAirTower, VacuFil Compact, MaxiFil Clean und Automation Line, auch über die KEMPER Connect Bridge, werden ein- und ausgeschaltet; jeder Sollwert über 0 % bedeutet EIN.
Die Standardstufen sind für typische Schweiß- und Hallenanwendungen ausgelegt und lassen sich anpassen. Alternativ regelt die Strategie „Proportional“ die Leistung gleitend zwischen zwei Messwerten, sinnvoll für den stufenlosen AirDome.
Einrichtung
Eine Regel anlegen: vier Schritte
- 1
Name vergeben
Zum Beispiel „Schweißplatz Nord“.
- 2
AirWatch auswählen
Ein Sensor oder mehrere. Beim ersten Öffnen der Rule Engine werden die Geräte des Standorts einmalig synchronisiert.
- 3
Absauggeräte auswählen
Eine Anlage oder mehrere. Bridge-Maschinen stehen unter ihrem echten Maschinennamen zur Auswahl.
- 4
Überblick prüfen und „Anlegen“
Die Regel läuft sofort mit bewährten Standardeinstellungen. Nichts muss parametriert werden.
Hat der Standort noch Regeln aus der einfachen Automatisierung, warnt die Rule Engine vor Doppelsteuerung.
Wie die Rule Engine denkt
Ziel und Wirklichkeit
Die Rule Engine berechnet laufend ein Ziel („Anlage soll mit 40 % laufen“) und vergleicht es mit der Rückmeldung der Anlage. Weicht die Wirklichkeit ab, sendet sie einen Befehl. Ein Toleranzfenster um das Ziel verhindert unnötiges Nachjustieren.
Das erklärt ein Verhalten, das anfangs überrascht: Wer eine Anlage am Gerät ausschaltet, sieht sie wenige Minuten später wieder anlaufen, weil die Regel das Ziel „AN“ wiederherstellt. Wer eine Anlage dauerhaft anders betreiben will, ändert die Regel oder die Zeitfenster, nicht den Schalter.
Beim AirDome wird das Einschalten in zwei Schritten sichtbar: „Eingeschaltet ✓“ und „Volumenstrom wird eingestellt … (IST 9.800 / SOLL 10.400 m³/h)“.
Gerätestatus, verständlich erklärt
| Anzeige | Bedeutung |
|---|---|
| Änderung vorgemerkt | Befehl steht an, noch nicht gesendet. |
| Befehl gesendet | Befehl unterwegs, Bestätigung der Anlage steht aus (typisch innerhalb weniger Minuten). |
| Bestätigt | Die Anlage läuft nachweislich wie gewünscht. |
| Senden fehlgeschlagen | Automatischer Neuversuch mit wachsenden Abständen. |
| Gerät offline | Der Sollwert bleibt gespeichert und wird gesetzt, sobald die Anlage wieder erreichbar ist. |
| Keine Rückmeldung | Die Anlage meldet ihren Zustand nicht; da das Ziel „Aus“ ist, wird nichts gesendet. |
Zeitfenster
Mindestbetrieb, Ruhezeit, Festwert
Jedes Zeitfenster hat einen Namen, Wochentage, eine Uhrzeit von–bis (auch über Mitternacht), einen Sollwert und eine von drei Wirkungsarten. Jedes Fenster lässt sich einzeln aktivieren und deaktivieren. Beim Bearbeiten zeigt der Dialog „In einfachen Worten“, was der Eintrag bewirkt.
- Mindestbetrieb („mindestens so viel“): Die Automatik darf mehr geben, aber nie weniger. Beispiel: Grundabsaugung Mo–Fr 06:00–16:00 mit mindestens 40 %.
- Obergrenze / Ruhezeit („höchstens so viel“): Die Automatik darf weniger geben, aber nie mehr; 0 % heißt, die Anlage bleibt aus. Beispiel: Nachtruhe täglich 22:00–06:00 mit höchstens 30 %.
- Festwert erzwingen („genau so viel“): Übersteuert Messwerte, Minimum und Obergrenze. Bei Überschneidung gewinnt die höhere Priorität. Beispiel: Vorführung, Wartung, bewusster Handbetrieb auf Zeit.

Rangfolge
Was gilt, wenn mehrere Fenster gleichzeitig aktiv sind
Zuerst zählt der Vorschlag aus dem Messwert, dann die Obergrenze, dann der Mindestbetrieb, zuletzt der Festwert. Der Mindestbetrieb schlägt die Obergrenze: Sicherheit gewinnt. Bei sich überschneidenden Festwerten gewinnt die höhere Priorität.
Ein bewusstes Aus-Fenster mit 0 % bleibt auch dann aus, wenn der Failsafe greift, etwa für die leere Halle nach Feierabend.
- 60 %Messwert-VorschlagAus dem kombinierten Messwert der Sensoren, z. B. 60 %
- 30 %Obergrenze / RuhezeitDarf weniger geben, nie mehr. Nachts höchstens 30 %
- 40 %MindestbetriebSchlägt die Obergrenze: Sicherheit gewinnt. Frühschicht mindestens 40 %
- –FestwertÜbersteuert alles, z. B. Vorführung oder Wartung. Sonst bleibt es beim Ergebnis darüber
Ergebnis im Beispiel: 40 %, weil der Mindestbetrieb die Obergrenze schlägt. Ein bewusstes Aus-Fenster (0 %) bleibt auch im Failsafe aus.
Handeingriff
„Jetzt einstellen“: der schnelle Eingriff auf Zeit
An jeder Regel gibt es einen Knopf: Leistung (Aus, 25, 50, 75, 100 %) und Dauer (1, 2, 4, 8 Stunden) wählen, fertig. Technisch entsteht ein Festwert-Zeitfenster mit hoher Priorität für heute; danach übernimmt automatisch wieder die Automatik.
Ideal für Vorführungen, Wartungsarbeiten oder kurzfristig geänderte Produktionssituationen.
Nachvollziehen, was passiert
Testmodus, Regelkarte und Diagnose
Testmodus
Jede Regel ist „Live“ oder im „Testmodus“. Im Testmodus rechnet die Rule Engine mit und protokolliert, was sie tun würde, sendet aber keine Befehle. So lässt sich eine neue Regel gefahrlos beobachten, bevor sie eingreift.
Regelkarte
Zeigt Modus und aktuellen Zielwert („Automatik · 40 %“), Live oder Testmodus, einen Status bei laufendem Befehl und einen Schalter zum Pausieren. Aufgeklappt: kombinierter Messwert, letzte Berechnung, Hinweis auf ein steuerndes Zeitfenster, jeder AirWatch mit Messwert und ob er mitzählt, jede Anlage mit Live-Status.
Diagnose: Status
Aktueller Zustand, wodurch die Regel gesteuert wird und der Grund der letzten Entscheidung in Klartext, zum Beispiel „Änderung zu gering, nicht übertragen (Geräteschonung)“.
Diagnose: Entscheidungs-Log
Wann hat die Automatik was entschieden, mit welchem Messwert, aus welchem Grund.
Diagnose: Sende-Versuche
Jeder einzelne Befehl mit Zeitpunkt, Ergebnis und Kennzeichnung „Test“ im Testmodus.
Diagnose: Geräte-Status
Live-Abgleich jeder Anlage mit Sollwert, Versuchen und letztem Versuch. Die Diagnose ist auch das Werkzeug für den Support: Hier steht, was wann passiert ist.

Eingebaute Sicherheit
Immer aktiv, nichts einzustellen
Failsafe bei Sensorausfall
Liefern alle Sensoren einer Regel keine frischen Werte mehr (Standard: 30 Minuten), fahren die Anlagen sofort auf die Failsafe-Leistung (Standard 100 %). Einzige Ausnahme: Ein bewusstes Aus-Fenster bleibt aus.
Einzelner Sensorausfall
Die übrigen Sensoren übernehmen; die Regel läuft normal weiter.
Ausreißer-Schutz
Unplausible Werte werden verworfen, kurze Messausschläge (ein vorbeifahrender Stapler) durch Glättung herausgefiltert.
Geräteschonung
Minimale Zieländerungen werden nicht übertragen (Totband, Standard 10 Prozentpunkte); zwischen zwei Verstellungen liegt eine Ruhezeit (Standard 15 Minuten). Eigene Eingriffe und der Failsafe wirken trotzdem sofort.
Pausieren heißt einfrieren
Eine pausierte Regel lässt die Anlagen in ihrem letzten Zustand; es wird nie automatisch etwas ausgeschaltet.
Begrenzte Fehlversuche
Nicht erreichbare Anlagen werden geschont, nicht aufgegeben.
Experten-Einstellungen
Hinter einer Sicherheitsabfrage können geschulte Anwender die Regelstrategie (Stufen oder Proportional), den Messwert (PM10 oder PM2.5), die Zusammenfassung mehrerer Sensoren (Maximum, Durchschnitt, Minimum, Gewichtet), Glättung und Glättungsfenster, Rechen-Intervall, Totband, Mindest-Haltezeit, Sensor-Timeout, Geräte-Rückmeldung-Timeout, Failsafe-Leistung, Plausibilitätsgrenzen sowie die Lüftungsstufen-Tabelle oder die proportionale Zuordnung anpassen.
Die Standardwerte sind für typische Schweiß- und Hallenanwendungen ausgelegt; die Kundendokumentation erklärt jede Einstellung mit Beispiel. Die Gewichte für „Gewichtet“ werden über den KEMPER Support vergeben.
Vorher und nachher
Einfache Automatisierung und Rule Engine im Vergleich
Die einfache Automatisierung (ein AirWatch, ein Schwellwert, Anlagen ein/aus) bleibt für Einzelverknüpfungen verfügbar. Für neue Installationen ist die Rule Engine die Empfehlung.
| Einfache Automatisierung | Rule Engine |
|---|---|
| Jede Anlage wird von genau einem AirWatch gesteuert. | Eine Regel für den ganzen Bereich, alle Geräte einfach auswählen. |
| Fällt „ihr“ AirWatch aus, steht die Anlage ohne Steuerung da. | Offline-Sensoren fallen automatisch raus, die übrigen übernehmen; Failsafe bei Totalausfall. |
| Nur Ein/Aus bei einem Schwellwert. | Leistungsstufen oder proportional; AirDome stufenlos. |
| Keine Zeitfenster. | Mindestbetrieb, Ruhezeiten, Festwerte, Handeingriff auf Zeit. |
| Keine Rückmeldung. | Gerätestatus, Entscheidungs-Log, Sende-Versuche, Testmodus. |
Vier Beispiele
Vier Anforderungen, vier Antworten
„Die Absaugung soll automatisch laufen, wenn geschweißt wird.“
Regel anlegen, AirWatch und Anlagen auswählen, fertig.
„Große Halle mit vier AirWatch und drei Raumlüftungen.“
Eine Regel, alle sieben Geräte auswählen. Der schlechteste Sensor zählt, alle Lüftungen werden gemeinsam gefahren.
„Nachts darf die Anlage höchstens leise laufen.“
Zeitfenster „Obergrenze / Ruhezeit“ 22:00–06:00 mit höchstens 30 %.
„Während der Frühschicht soll immer eine Grundabsaugung laufen.“
Zeitfenster „Mindestbetrieb“ Mo–Fr 06:00–16:00 mit mindestens 40 %.
Begriffe kurz erklärt
- PM10 und PM2.5
- Feinstaub mit Partikeldurchmesser bis 10 beziehungsweise 2,5 Mikrometer, angegeben in µg/m³. Messwerte der AirWatch-Sensoren; die Rule Engine regelt standardmäßig nach PM10.
- Volumenstrom-Sollwert
- Zielwert für die geförderte Luftmenge in m³/h. So setzt der AirDome die Leistung in Prozent stufenlos um.
- Totband
- Mindeständerung des Ziels, unter der kein neuer Befehl gesendet wird (Standard 10 Prozentpunkte). Schont die Anlagen.
- Haltezeit
- Ruhezeit zwischen zwei Verstellungen (Standard 15 Minuten). Eigene Eingriffe und der Failsafe wirken trotzdem sofort.
- Failsafe
- Verhalten beim Ausfall aller Sensoren einer Regel: Die Anlagen fahren auf die Failsafe-Leistung (Standard 100 %), niemals aus.
- Testmodus
- Die Regel rechnet und protokolliert, sendet aber keine Befehle. Zum gefahrlosen Beobachten vor dem Scharfschalten.
Welche Anlagen die Rule Engine regelt
AirDome (stufenlos), CleanAirTower (abreinigbar), VacuFil Compact, MaxiFil Clean und Automation Line, jeweils nativ oder über die KEMPER Connect Bridge. VacuFil 125 und die Großfilteranlagen über das dzero-Gateway werden nur überwacht.
Zeitpläne und Rule Engine sollten nicht dieselbe Anlage steuern. Wer zeitliche Rahmen und Luftqualitätsregelung kombinieren will, nutzt die Zeitfenster innerhalb einer Regel.
Passend dazu
Zeitpläne
Feste Ein- und Ausschaltzeiten je Wochentag, unabhängig von der Luftqualität.
E-Mail-Benachrichtigungen
Alarm per E-Mail, wenn ein AirWatch den Schwellwert überschreitet.
AirWatch
Der Sensor, der die Rule Engine mit Messwerten versorgt.
AirDome
Die einzige Anlage mit stufenloser Leistungsregelung.
Lassen Sie die Rule Engine an Ihren Anlagen rechnen.
In einer Vorführung legen wir eine Regel für Ihre Halle an und zeigen im Testmodus, was sie tun würde.